Die Veste Oberhaus

Geschichte 1

Eine Festung entsteht

Passau zu Zeiten der Fürstbischöfe war bedeutendes Herrschaftszentrum und prachtvolle Residenz, Verwaltungs- und Wirtschaftsmittelpunkt. Ulrich II. erhielt 1217 vom Kaiser die Reichsfürstenwürde. Damit waren die Bischöfe von Passau nicht nur die geistlichen, sondern auch die weltlichen Herrscher über die Stadt an den drei Flüssen. Dieser machtvollen Stellung sollte die weithin sichtbare Veste Oberhaus Ausdruck verleihen.

Umkämpft, aber nie bezwungenGeschichte 2

Auf dem Georgsberg hoch über der Donau ließ Fürstbischof Ulrich II. 1219 den Grundstein für die Veste Oberhaus legen. Macht und Stärke demonstrierend sollte sie Schutz vor äußeren, aber auch inneren Feinden bieten. Denn die Passauer Bürger rebellierten immer wieder gegen die bischöfliche Herrschaft im Kampf um ihre Unabhängigkeit und Freiheit. Mehrfach stürmten sie gegen die Burg an und eroberten 1367 sogar das Niederhaus. Doch alle Angriffe verliefen ergebnislos. Die trutzige Veste hielt im Laufe der Jahrhunderte erfolgreich sämtlichen Bedrohungen stand.

Von der Strafanstalt zum Museum

Das Jahr 1803 läutete den Beginn großer Veränderungen für die Veste Oberhaus ein. Im Zuge der Säkularisation verlor der Fürstbischof seine weltliche Macht über Passau. Bayern nahm die Stadt in Besitz und ließ sogleich seine Truppen einmarschieren. Napoleon Bonaparte, Bayerns Bündnispartner, nutzte das Oberhaus zeitweilig als Grenzbastion im Krieg gegen Österreich.

Geschichte 3Ab 1867 diente die Festung als Staatsgefängnis für politische Gefangene und als Militärstrafanstalt. Ihr weithin bekannter Beiname „Bastille Bayerns“ löste noch bis 1918 Furcht und Erschauern aus. 1932 schließlich übernahm die Stadt Passau das Oberhaus und richtete hier ihr Museum ein. Seit 1991 werden neben diversen Dauerausstellungen zur Stadtgeschichte auch wechselnde Sonderausstellungen zu kulturhistorischen Themen präsentiert.

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